Die Kirschbäume blühen in Tiflis an jeder Ecke, als wir uns auf den Weg in Richtung Armenien machen.
Nach langem Warten auf Hannahs Visum für den Iran, freuen wir uns darüber, dass es weitergeht und wir endlich wieder an der Straße stehen und den Daumen raushalten.
Es läuft wie am Schnürchen und wir haben wieder viele schöne Begegnungen, aber auch berührende Momente.
Der Warteraum einer Tankstelle, an der wir mit dem Paar welches uns mitnimmt Halt machen, ist mit gerahmten Bildern der verstorbenen armenischen Soldaten bestückt, welche in den Kriegen gegen Aserbaidschan gefallen sind.
Bedrückt stellen wir fest, dass die Mehrzahl der Menschen, in deren Gesichter wir Blicken, in den selben Jahren geboren sind wie wir. Hier werden die Folgen des Konflikts der beiden Nachbarländer auf so eindringliche Weise deutlich.
Abends kommen wir in einem Dorf kurz vor Yerevan an und schlagen im Dunkeln unser Zelt neben der Kirche auf.
Beim Picknicken am nächsten morgen kommt Nijen an uns vorbei und lädt uns zu seinem Vater nachhause ein.
Wir verbringen den ganzen Tag mit ihm und seiner Familie, werden nach dem Mittagessen zum Abendbrot eingeladen und verlassen das Haus nicht ohne jede Menge Proviant in den Rucksäcken.
Aufgrund der Lage im Iran, entscheiden wir uns dazu, von Yerevan aus mit dem Bus weiterzureisen.
Der Grenzübertritt und die ersten Tage im Iran sind aufregend, doch wir werden von den Menschen im Land herzlich Empfangen und bekommen schnell die berüchtigte persische Gastfreundschaft zu spüren.
Kaum ein Tag vergeht, an dem wir nicht interessiert angesprochen und nachhause eingeladen werden.
Es ist ungewohnt, dass einem so viel Aufmerksamkeit zuteil wird. Nach einigen Tagen können wir die Selfies die mit uns gemacht wurden und Telefonnummern die wir ausgetauscht haben nicht mehr zählen. Doch wir sind auch sehr dankbar für die Offenheit und Hilfsbereitschaft der Menschen, durch die es uns leicht gemacht wurde uns schnell zurechtzufinden.
Pünktlich zum persischen Neujahr (Nouruz) kommen wir in Teheran an.
Gemeinsam mit all den Iranern, die gerade Urlaub haben, bestaunen wir den Prunk des Golestanpalastes. Überall in der Stadt herrscht geschäftiges Treiben.
Junge Frauen laufen durch die Straßen, deren Haare es in ihrer Farbenpracht mit den kunstvoll gefliesten Fassaden des Palastes aufnehmen können.
Isfahan beeindruckt uns mit seinen schönen Brücken und den prachtvollen Moscheen. Winzige Blumen auf tiefblauen Wiesen und feine Kalligraphien verzieren die Wände der Sheikh Lotfollah Moschee. An den Flussufern des Zayandehs sitzen Familien zusammen und genießen das frühlingshafte Wetter. Hier ist eine Leichtigkeit zu spüren, die sonst oft überschattet wird.
Wir lassen uns ein paar Tage durch die Stadt treiben und machen uns von dort aus auf nach Yazd.
Windfänger zieren das Stadtbild und in den verwinkelten Gassen der Wüstenstadt aus Lehm ist es angenehm kühl, trotz hochsommerlicher Temperaturen.
Hier werden wir nun einige Tage verbringen bevor es weiter in den Süden geht.


























