In der Abenddämmerung laufen wir über die heißen Steine des Mahabodhi Tempels. Von überall her erklingen die Mantren der Mönche zum Sutta Chanting-Abendritual. Hinter dem Tempel befindet sich ein Ableger der Pappel-Feige, unter welcher der Überlieferung nach Siddharta Gautama die Erleuchtung (Bodhi) erlangte. Bodhgaya ist eine der wichtigsten buddhistischen Pilgerstätten und es lassen sich Tempel aus vielen unterschiedlichen Nationen bestaunen.
Nachdem wir ein paar Tage dort verweilen machen wir uns auf den Weg nach Darjeeling. Im strömenden Regen laufen wir durch die Straßen auf der Suche nach unserer Unterkunft. Glücklicherweise treffen wir Rohit, der uns kurzerhand mit seinem Regenschirm zu unserer Unterkunft begleitet. Gemeinsam mit ihm erkunden wir am nächsten Tag die Umgebung und besichtigen die umliegenden Teeplantagen.
Abends lädt uns Rohit zu seiner Familie nachhause ein. Die besten Sessel werden für uns frei gemacht und eine Flut an köstlichem indischen Essen wird vor uns aufgetischt. Immer mehr Verwandte kommen in das kleine Wohnzimmer um uns zu begrüßen und dabei zuzusehen wie wir essen. Es ist sehr ungewohnt für uns als Gast alleine zu essen, während 12 Augenpaare auf einen gerichtet sind. Doch die Stimmung wird schnell aufgelockert, als zwei Brüder von Rohit ihre Gitarren auspacken und wir einen wilden Mix aus indischer, nepalesischer und westlicher Rock-Musik zu hören bekommen. Nachdem wir auch den Großeltern ein paar Häuser weiter vorgestellt wurden, nehmen wir Abschied und machen uns am nächsten Tag auf den Weg nach Nepal. Unsere Reise dorthin scheint zeitweise endlos anzudauern, als es nach einer halben Nacht am Bahnhof, einigen Herausforderungen an der Grenze und einer stickigen Fahrt in einem überfüllten Jeep mit einem Knall erstmal vorbei ist mit der Weiterfahrt. Nach 6 Stunden in denen wir auf einen Ersatzwagen warten geht es weiter über holprige Pisten und in der Dunkelheit erreichen wir schließlich Kathmandu.
In Kathmandu geht es schon wesentlich gemächlicher zu als in den indischen Großstädten. Der Einfluss des anderen großen Nachbarlandes China (vor allem Tibets) ist hier auf vielerlei Weise zu spüren. Viele Tempel haben die typischen pagodenartigen geschwungenen Dächer und überall kann man Drachen- oder Löwenfiguren entdecken.
In Pokhara, der zweitgrößten Stadt Nepals entspannen wir am Phewa-See, machen Trekking-Touren und erkunden mit dem Moped die umliegenden Bergdörfer.
Neben dem Erkunden des neuen Landes geht ebenfalls viel Zeit und Energie in die weitere Reiseplanung, denn ohne Flugzeug weiterzukommen gestaltet sich nun schwieriger als bisher auf unserer Reise – drückt uns also die Daumen, dass es klappt.































